Frage: Wo bleiben die echten Ganztagsschulen mit ausreichender Lehrerzahl, um die Schüler individuell zu fördern und zu fordern?
Antwort von Ingrid Niehaus:Weshalb entscheiden wir uns für Kinder? Weil wir sie zum vorzeigen bei der Verwandschaft und Freunden brauchen? Oder ganz bewusst? Weil wir eine Familie haben möchten? Dann frage ich Sie: Weshalb muss ein Kleinkind – wenn nicht aus sozialer Not – in die Tagesstätte? Und das womöglich den ganzen Tag?
Warum brauchen wir Ganztagsschulen? Ist aus allen, die nur bis mittags zur Schule gegangen sind, nichts geworden? Dürfen Kinder heute nicht mehr spielen? (Außer mit Computer, Fernsehen und Handy, weil das ja gerade "in" ist)? Wann sollen sie sich mal austoben? Kinder brauchen auch Freiraum, um sich entwickeln zu können. Bildung ist für unsere Kinder sehr wichtig, jedoch Familie und Zuwendung auch.
Wenn wir in der Grundschule volle Unterrichtsversorgung am Vormittag hätten und in weiterführenden Schulen, könnte danach eine Betreuung für die Kinder folgen, deren Eltern länger Arbeiten müssen.
Schule hat sich am Wohl der Schüler zu orientieren, und nicht an der Selbstverwirklichung der Eltern. Ist eine Ganztagsschule vom Staat allein finanzierbar?
GN 09.01.2008
Frage: Was kann die Politik dazu beitragen, dass der mittelständischen Industrie nicht die personelle Basis wegbricht und wieder mehr qualifizierte Schüler für technische Berufe interessiert werden können?
Antwort von Ingrid Niehaus:Unsere Kinder müssen schon im Kindergarten praxisnah erzogen werden. Das heißt, sie müssen Aufgaben des täglichen Lebens ihrem Alter entsprechend ausführen. Man muss sie fordern und gleichzeitig fördern.
Bildung ist die Grundvoraussetzung für einen Jungen Menschen, um im Leben bestehen zu können. Unseren Kindern und Jugendlichen muss klar gemacht werden, das es an ihnen liegt, ob sie etwas lernen, und nicht an ihrer Herkunft. Die Chance, etwas aus seinem Leben zu machen, liegt bei jedem selbst.
Die Hauptschule ist für schwache Kinder gerade die richtige Schulform, doch sollte sie praxisbezogener lehren. Deshalb müssen wir in Lehrer investieren. Diese müssen leistungsbezogen entlohnt werden und sich wie Angestellte und Arbeitnehmer dem Wettbewerb stellen (Kontrolle). Nach dem Abschluss haben die Jugendlichen alle Möglichkeiten, eine weiterführende Schule zu besuchen, oder erst eine Ausbildung zu machen.
Firmen könnten in den Ferien Praktika anbieten, um den jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, verschiedene Berufszweige praxisnah kennen zu lernen.
GN 10.01.2008
Frage: Wie wollen Sie die finanziellen Belastungen für Familien verringern?
Antwort von Ingrid Niehaus:Ich bin 51 Jahre alt und habe genau das durchgemacht was Sie beschreiben. Wir haben sechs Kinder und ein Einkommen zur Verfügung gehabt. Die Politik und die Bürger haben noch nicht ganz begriffen, das Kinder unsere Zukunft sind. Junge Familien und allein Erziehende müssen wesentlich stärker gefördert werden, (Freibeträge, Steuererleichterungen, Kindergeld anheben).
Familien und allein Erziehende mit kleinen Kindern werden in unserer Gesellschaft benachteiligt, wie keine andere Gruppe in unserer Bevölkerung. Kindertagesstätten und Kindergartenplätze sind nicht das allein, wo bei jungen Familien der Schuh drückt. Auch die Kosten für das ganz normale Leben sind von einem Einkommen kaum zu begleichen.
GN 11.01.2008
Frage: Unser Schulhof ist langweilig, die Klassenräume sind alt, wir haben nicht einmal ausreichend viele Computer: Wann bekommen wir endlich genug Geld für eine moderne Schule?
Antwort von Ingrid Niehaus:Dass man in Niedersachsen mit 18 Jahren erst an der Landtagswahl teilnehmen darf, sollte der Politische Unterricht in der Schule auch ohne Computer vermittelt haben. Der langweilige Schulhof könnte in Eigeninitiative in Projektwochen und Werkunterricht nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden. Material kann man bestimmt gestellt bekommen. Zu den Toilettenanlagen, den unansehnlichen und unmodernen Klassenräumen, würde ich euch bitten, den Stadtrat einzuladen. Eine modernere Schule muss auch bezahlbar sein.
GN 12.01.2008
Frage: Was ist geplant, um die Jugendhilfe so auszustatten, dass Kinder noch besser geschützt werden können?
Antwort von Ingrid Niehaus:Wenn wir unsere Kinder in einer Zeit der Informationsüberflutung, sprich: Fernsehen, Computer und Handy, nur noch diesen Dingen überlassen und Familie nicht mehr stattfindet, muss man sich nicht wundern, dass unsere Jugend und die daraus werdenden Eltern überfordert sind, wenn Probleme aufkommen.
Kindererziehung fängt sofort nach der Geburt an. Nicht erst im Kindergarten oder in der Schule. Wenn Eltern mit ihren Kindern wieder zusammen eine Mahlzeit am Tag einnehmen ohne Hektik, ohne Fernseher und ohne dass ein Handy klingelt, dann muss auch das Kind sich mit seinen Eltern mal wieder auseinander setzen. Dann wissen Eltern was in ihren Kinder vorgeht, was sie bedrückt oder auch freut.
Überforderten Eltern muss man den Gang zur Hilfe erleichtern. Sie haben oft die Angst im Nacken und Fragen wie: Nehmen sie mir mein Kind weg, weil ich jetzt gerade mal überfordert bin? Kommen die jetzt immer wieder oder helfen sie wirklich? Vorsorgeuntersuchungen müssen einen Anreiz für Eltern haben.
GN 14.01.2008
Frage: Wie gedenken Sie als Landtagsabgeordneter, den nötigen Strukturwandel der Emsland-Stärke GmbH zu unterstützen?
Antwort von Ingrid Niehaus: Geschäftsführung und Politik müssen sich zusammen eine zukunftsfähige Strategie entwickeln. Alle Ressourcen und Chancen müssen ausgelotet werden, um in Zukunft das Einkommen der Landwirte und der beschäftigten nebst der Lohnunternehmer usw. zu gewährleisten. Wenn Brüssel die Zahlungen der Stärkekartoffelbeihilfe einstellt, dann fordere ich eine Lösung für alle Beteiligten. Unsere Landwirte brauchen eine verlässliche Politik und Planungssicherheit für mind. eine Generation (30 Jahre). Sie brauchen verlässliche Agrarpolitik.
GN 15.01.2008
Wie wollen Sie junge Menschen in der Grafschaft Bentheim für einen Beruf in der Pflege begeistern?
Antwort von Ingrid Niehaus:Das Pflegepersonal sollte vernünftig entlohnt werden und auch die nötige Zeit für die Bewohner haben. Es sind Menschen und keine Zahlen im Leistungskatalog. Das sollten wir endlich begreifen. Da, wo sozial drauf steht, ist noch lange nicht sozial drin.
GN 16.01.2008
Frage Große Klassen, hohe Stundenzahl, immer ältere Lehrkräfte, weniger Lehrerreserven: Wie gedenken Sie, die Belastung der Lehrer- und Schülerschaft herunterzusetzen?
Antwort von Ingrid Niehaus:Selbstverständlich ist der Lehrermangel und die Überalterung dieser Berufsgruppe ein Problem. Wir brauchen mehr Lehrkräfte um die Klassengrößen zu verringern.
Doch auch hier spielt Geld eine Rolle . Es muss bezahlbar sein und bleiben.
GN 17.01.2008
Wie wollen Sie qualifizierte junge Menschen nach der Ausbildung oder dem Studium in der Grafschaft halten oder zurückholen?
Antwort von Ingrid Niehaus:Wenn die Politik Rahmenbedingungen für die Gewerbetreibenden schaffen würde,so das es für Sie atraktiv ist, in der Grafschaft Fuß zu fassen , sei es 2 Arbeitstage mehr im Jahr als in NRW, oder an einem Autobahndreieck, wie das an der A 30, A 31,wo innerhalb von wenigen KM die ganze Grafschaft erreicht werden kann, und wir dieses, wie die Werbung für den Tourismus zur Zeit in der Grafschaft, sprich Kreis und Kommunen gemeinsam vermarkten, bin ich überzeugt, werden sich in der nächsten Zeit, wesentlich mehr Betriebe hier ansiedeln. Dann können auch gut ausgebildete junge Leute hier einen Arbeitsplatz finden.
GN 18.01.2008
Die Lebenshaltungskosten sind drastisch gestiegen: Wie sollen Hartz-IV-Empfänger mit dem seit Jahren geltenden Satz von 345 Euro über die Runden kommen, ohne vom gesellschaftlichen Leben völlig abgekoppelt zu werden?
Persönliche Antwort von Ingrid Niehaus.Die Lebenshaltungskosten sind bei allen Bürgern und Bürgerinnen gestiegen. Der Harz IV Empfänger bekommt neben dem Regelsatz von 347,00 auch einen Wohnkostenzuschuß (mind. 265,00) und Heizkostenzuschuß (50,00 - 70 ,00) er hat noch einen Freibetrag , den er zwar beim Amt angeben muss, kann aber trotzdem etwas nebenbei verdienen. Fazit mind. 662,00, hat ein Harz IV Empfänger. Doch Alg. II. ist nicht ausreichend, denn es ist eine Grundsicherung für Menschen ohne Arbeit.


